Am 3.3.2025, raste ein Mensch mit einem PKW in der Mannheimer Innenstadt in eine Menschenmenge und tötete dabei 2 Menschen, verletzte 11 Menschen und ließ viele weitere Betroffene zurück. Der Täter schoss sich selbst in den Mund, wird derzeit ärztlich versorgt und befindet sich in Polizeigewahrsam. Der Fokus der Ermittlungen der Polizei liegt derzeit auf einer psychischen Erkrankung. Es ist verwunderlich, dass diese sich nicht auch auf eine mögliche politische Dimension fokussieren. Denn der Täter Alexander Scheuermann hat deutliche Verbindungen in die rechte Szene und wurde diesbezüglich auch schon einmal verurteilt (wegen „Hate Speech“ im Internet).
Er gehörte dem „Ring Bund“ an, eine Gruppe geführt von Reichsbürgern und Neonazis. Derselben Gruppe gehörten auch Personen eines mittlerweile aufgeflogenen Waffenhandelsrings an. Menschen dieses Waffenhandelsrings und auch des „Ring Bund“ trieben damals den Aufbau der „Patriotischen Alternative“, eine AfD-nahe Organisation, voran. Es liegt die Vermutung nahe, dass dieser Aufbau auch mit den Einnahmen aus den Waffenverkäufen finanziert werden sollte. In der Personenliste einer am Waffenhandel beteiligten Person taucht auch Alexander Scheuermann auf, der Täter aus Mannheim.
Vorträge und Inhalte des „Ring Bunds“ sind die „Theorie der revolutionären Situation“, der „gewaltsame Widerstand“ oder ein System „der weltweit beherrschenden Hochfinanz“. Damit werden deutlich antisemitische, rassistische und faschistische Narrative bedient. Der „Ring Bund“ unterhält ein weitreichendes Netzwerk bis hin zum militanten Neonazi Thorsten Heise, ehemaligem NPD-Vorstandsmitglied Tobias Schulz und Björn Höcke (AfD). Es ist bisher nicht bekannt, wie tief der Täter von Mannheim im „Ring Bund“ involviert war oder wie lange er Mitglied war. Er hatte aber nachweislich Zugang zur Kommunikationsstruktur, d.h. zur Mailadresse des «Ring Bund», und ist damit mindestens ein Teil der Strukturen gewesen.
Ein Antrag der Grünen, die Tat in Mannheim, wegen Kontakt des Täters in rechtsextreme Kreise, zu besprechen, wurde auf die Tagesordnung des Innenausschusses des Bundestages gesetzt. Kurz darauf wurde das Thema dann kurzfristig aber wieder von Union, SPD und AfD von der Tagesordnung genommen. Bei den Anschlägen von Magdeburg, Aschaffenburg und München wurden jeweils immer Sondersitzungen gehalten, aber hier, bei einem möglichen rechtsextremen Hintergrund, wurde eine Sondersitzung verhindert. Das ist kein ernsthafter Wille zur Aufklärung, lässt tief blicken und ein fatales Signal!
Es geht gar nicht, dass Informationen wie Verbindungen in rechtsextreme Kreise und damit eine mögliche politische Tatmotivation von der Polizei so früh im Ermittlungsprozess ausgeschlossen wurden! Alexander Scheuermann war bis mindestens in das Jahr 2018 ideologisch in extrem rechten Strukturen organisiert und das muss – unabhängig von psychischer Erkrankung – untersucht werden. Es kann nicht sein, dass ein Mensch mit einer solchen möglichen rechtsextremen Vergangenheit einen tödlichen Angriff begeht und die Polizei und die Politik das ignoriert! Damit wird die Bedrohung durch extrem rechte Strukturen systematisch unterschätzt. Es braucht Aufklärung und Antworten!
Quelle: https://exif-recherche.org/?p=12670
https://taz.de/Waffenhandelsring-in-Bayern/!5749931/